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Wunschticket für den Bus
Spenge/Enger (SN). Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) hat ein Problem: Er rentiert sich nicht, wird aber trotzdem gebraucht. Um die Bedürfnisse der Fahrgäste besser zu berücksichtigen, startet in den Städten Spenge und Enger nun die Aktion Wunschticket.
»Mobilität wird von vielen Arbeitnehmern gefordert, aber der öffentliche Personennahverkehr bricht immer stärker weg«, sagt Uwe Hofer vom Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschlands. In Zukunft seien intelligente Verkehrskonzepte gefordert - und dabei sollen die Fahrgäste helfen. Die Initiatoren erhoffen sich neben vielen Wünschen auch kreative Ideen zur Umsetzung. Die Aktion ist eine Kooperation des Verkehrsclubs Deutschland mit dem mhv-Fahrgastbeirat.
Ab Dienstag werden in den Bussen kleine Fragekärtchen ausgegeben. Die Organisatoren erhoffen sich Anregungen zu Verbesserungen im Busnetz, bei der Linienführung, zum Anschlussverkehr oder einfach zu Sauberkeit und Service. Die Wunschtickets können in den Linienbussen abgegeben werden. Sammelboxen finden sich auch in den Rathäusern oder an den Bahnhöfen Bünde (DB Agentur) oder Herford (Reisezentrum). Als Mobilagent ist Jürgen Timm nah an den Fahrgästen dran. Auf Anhieb fallen ihm mögliche Verbesserungen ein. »Viele kritisieren, dass Oldinghausen und Siele nicht an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen sind«, sagt er.
Auch die Anbindung in Hücker-Aschen sei sehr dürftig. Nur alle zwei Stunden fährt der Bus sonntags nach Herford. Georg Pohlmann, Vorsitzender des mhv-Fahrgastbeirats, sieht noch Verbesserungsbedarf beim Nachtbus von Bielefeld nach Spenge. »Es kann nicht sein, dass ich für diese Strecke fast eineinhalb Stunden brauche«, sagt er. Die Wunschtickets will Pohlmann auch auf den Wochenmärkten in Spenge und Enger verteilen, um Bürger zu erreichen, die Busse für gewöhnlich meiden. Denn gerade ihre Verbesserungsvorschläge sind interessant, wenn es um die Erschließung neuer Fahrgastgruppen geht. Die Resultate sollen am 20. Juni in Spenge vorgestellt werden. Dann geht eine Expertenrunde auf die Vorschläge ein.
Artikel vom 26.05.2012 von Jan Hermann, Westfalen-Blatt








